Hermione Newton, Britische Medienkünstlerin

Hermione Newton

📍 Vereinigtes Königreich 🎨 Mischtechnik 👁 675 Aufrufe
Hermione Newton ist eine multidisziplinäre Künstlerin und Absolventin des Studiengangs BA Fine Art an Goldsmiths, University of London, deren Schaffen darauf zielt, gegenkulturelle Strömungen mit erkundenden und unkonventionellen psychogeografischen Methoden zu entfachen. Gehen und Kartieren werden zu verkörperten Formen der Forschung, durch die das wandelbare Beziehungsgeflecht zwischen weiblicher Erfahrung und Ort – seinen Geschichten, Gemeinschaften, Ökologien und Bewohnern – aktiviert und befragt wird.

Hermione arbeitet über Fotografie, Keramik, Klang, Skulptur und Text hinweg und entwickelt eine ortsbezogene, materialgetriebene und poetische Bildsprache, die das Erleben des Gehens als Frau durch Großbritanniens städtische und ländliche Landschaften dokumentiert. Ihre Arbeit schöpft aus mythologischen, folkloristischen und hauntologischen Bezugsrahmen, um residuale Kulturen, verlorene Allmenden und versunkene Geschichten freizulegen, und fordert zugleich die phallozentrischen Traditionen der Flânerie und der Kunst des Gehens heraus, die sie neu konfiguriert.

Zu ihren jüngsten Arbeiten zählt eine Triptychon-Installation, die sich auf eine neuntägige, 184 Meilen lange Expedition konzentriert – Gehen und Wildcampen entlang des Thames Path, von der Hochwassersperre Thames Barrier in Woolwich, London, bis zur Quelle der Themse in Kemble, Gloucestershire. Bestehend aus frühen fotografischen Druckverfahren, alten Brenntechniken mit am Fluss gesammeltem Ton, handgenähten Patchwork-Wandteppichen, poetischen skulpturalen Formen und Klanglandschaften von langer Dauer, verfolgt die Installation eine Reise flussaufwärts durch die spektralen Rückstände von Arbeit, Besiedlung, Ökologie und kollektivem Gedächtnis, die entlang des Flusslaufs verweilen.

Wandernd und nach vorn geneigt, beschreitet Hermiones Praxis die Nebenflüsse hegemonialer Raumstrukturen hin zu archäofiktionalen Geländen. In ihrer Arbeit wird Temporalität mobilisiert; ein Durchgang durch Schwellen tut sich auf, durch den wir dahintreiben können. Durch das Gehen, Hören, Sammeln und Machen treten alternative Weisen hervor, einen Ort zu bewohnen und zu verstehen – achtsam für das, was verweilt, was verborgen ist und was möglich bleibt.

Profil erstellt 24. Juni 2026

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